ars cinema berlin e.V.
2. WÖFF 2011
17. Kurzfilmfestival unabhängiger Autoren
|
Es waren Filme aus folgenden Ländern eingegangen:
|
Das “WÖFF” ist ein internationales Kurzfilmfestival, welches mit
seinen Beiträgen aus West-, Mittel- und Osteuropa die Aufmerksamkeit auf
Kurzfilme unabhängiger Filmemacher lenkt, eine Plattform für internationale
Kontakte unter den unabhängigen Filmemachern Europas schafft und die
Verständigung zwischen den Kulturen in Ost- und Westeuropa fördert.
Das „Internationale Berliner Festival des unabhängigen Kurzfilms“ wurde
1995 vom ars cinema berlin e.V. mit der Absicht organisiert, Filme und damit
auch die Kultur unserer östlichen Nachbarn einem größeren Publikum
vorzustellen. Das Festival verstand sich von Anfang an als ein Dialogforum
zwischen Ost und West; im Zentrum des Festivals stehen das gegenseitige
Kennenlernen, das Gespräch und die Reflexion. Wichtige und viel diskutierte
Themen sind dabei vor allem die rasanten Veränderungen in Mittel- und
Osteuropa und unsere europäische Identität. Die hohe Qualität des Programms,
die besondere Atmosphäre haben sich herumgesprochen. Das „Internationale
Berliner Festival des unabhängigen Kurzfilms“ findet jedes Jahr mehr
Besucher/innen und ist fester Bestandteil nationaler und internationaler
Kulturkalender.
Veranstalter :
· ars cinema berlin e. V.,
· Stiftung West-Östliche Begegnungen
· Kino TONI
Unsere erste Idee und unser Ziel, ein Festival mit stark östlicher Ausrichtung zu
organisieren und somit Arbeiten aus den mittel- und osteuropäischen Ländern mit denen
aus dem deutschen Sprachkreis zu vergleichen, ihnen ein Forum und eine Lobby zu schaffen,
ist Jahr für Jahr weitergedacht und -umgesetzt worden. Mit dem Kurzfilmfestival „Ein
Fenster zum Osten“, 1995 beginnend, hat es sich bis heute zu einem international
beachteten Film- und Medienfestival ausgeweitet.
Mit dem Beitritt von zehn neuen Ländern, vorrangig aus dem mittel- und osteuropäischen Raum,
fand das 10. Festival 2004 seinen Abschluss. Durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen,
einer unser Hauptförderer, wurden wir dafür im Oktober 2004, nach einer Auswahl aus über
250 Projekten, mit einem der drei Förderpreise ausgezeichnet.
Das „Machen“ und „Ansehen“ von zeitgenössischen Filmen prägt
individuelle und gesellschaftliche Identitäten. Film erfüllt so zum einen die wichtige
Funktion der künstlerischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen
Realitäten und eröffnet zum anderen für Menschen die Möglichkeit, individuelle Identität
auszubilden und zum Ausdruck zu bringen. Im Prozess der Globalisierung kann diese Funktion
des Films die eigene Verortung der Menschen unterstützen. Aber ebenso wie ausländische
Filme Kenntnis und Verständnis anderer Länder und Kulturen erleichtert und uns bereichert,
kann dies umgekehrt auch Film aus Deutschland.
Film eignet sich hervorragend dazu, Menschen jeden Alters und unterschiedlicher sozialer
oder nationaler Herkunft zusammenzubringen. Das gemeinsame Diskutieren über den Film
fördert Fähigkeiten, die für eine Integration in die Gesellschaft wichtig sind. Es
erfordert neben Kreativität auch Kooperation, Konzentration, Ausdauer sowie weitere
soziale Kompetenzen. Erstens, die kulturelle Vielfalt in Europa zu fördern und das
Filmerbe zu bewahren, den Bürgern Europas zugänglich zu machen und den interkulturellen
Dialog zu stimulieren.
Videofilmer sind Chronisten ihrer Zeit. Chronisten ihrer Zeit zu sein nehmen ja viele
für sich in Anspruch. Chronisten, die einen Sendeplatz erstreben, müssen sich vielen
Zwängen unterwerfen, seien es die Länge der Beiträge, seien es die Forderungen der
Sendeanstalten, seien es die Forderungen der Geldgeber. Der Videofilmer als Chronist
seiner Zeit hat diese Zwänge nicht. Ungeschönt kann er das zeigen, was er für zeigenswert
hält. Nur die Begrenztheit seiner finanziellen Mittel, seiner filmischen Qualifikation
steht ihm konträr gegenüber.
Nicht zu vergessen: Die einzigen filmischen Zeugnisse von der Deportation von
Juden während der NS-Zeit stammen von Filmamateuren. Die beeindruckendsten Bilder von
den Montag-Demonstrationen in Leipzig haben Videofilmer gemacht.
Ein Dankeschön noch an die Jurymitglieder, welche sich wieder uneigennützig zur Verfügung stellten:
Renate Epperlein, Roland Gräf, Gunther Scholz und Dr. Helmut Ludwig.
Margit Voss musste absagen, sie ist in Paris und Ralf Schenk war aus terminlichen Gründen
verhindert; ich soll aber beste Grüße übermitteln.

Bezirksmedaille Berlin-Pankow