Wir über uns
ars cinema berlin e.V.
Der Filmclub "ars cinema berlin e.V." wurde 1972 als Amateurfilmclub
BEWAG (Ost) in Berlin gegründet. Im Zuge der Kombinatsbildung (VEB
Energiekombinat Berlin ) wurde er umbenannt in AFC ENERGIE (AFC =
AmateurFilmClub). Während anfänglich auf Super-8-Film - ohne
Vertonungsmöglichkeit - gedreht wurde, konnte 1976 mit Hilfe des Betriebes
auf 16-mm umgestellt werden. Wir haben bisher insgesamt über 100 Filme
hergestellt, davon wurden 9 zur UNICA delegiert (UNICA ist eine internationale
Organisation für unabhängige Filmmacher, sie ist Mitglied des UNESCO-Rates).
Vorrangig wurden im Club Kurzspielfilme hergestellt, jedoch auch
Dokumentationen wurden gedreht.
Einer unserer erfolgreichsten Filme beinhaltet die Schließung der
letzten Gaskokerei in Berlin-Lichtenberg (die Sprengung der Gasbehälter in
der Dimitroffstr., jetzt Danziger Str., durften wir filmisch nicht
begleiten). Für diesen Film erhielten wir neben einem ersten Preis beim
letzten DDR-Wettbewerb auch die Goldmedaille der Arbeiterfestspiele.
Sinnigerweise heißt der Titel des Films "...Ist der Ofen aus?".
Dieser Film war auch im Landesprogramm der DDR bei den Weltmeisterschaften
1989 in Baden-Baden und wurde vom SWF in voller Länge ausgestrahlt.
Der Club wurde mehrmals als "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" und mit
der Medaille "Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv" geehrt. Einer der
interessantesten Filme war der über das "Festival des politischen Liedes".
In dem Film "Wo der rote Vogel sein Nest hat"- 1980 während des 10. Festivals
gedreht - hatten wir das große Glück,
Mikis Theodorakis vor der Kamera zu haben (übrigens, dieses Festival wird in der
WABE heute noch veranstaltet).
Für diesen Film erhielt der Club die zweithöchste Auszeichnung der damaligen FDJ.
Seit 1974 wurden intensive Beziehungen zum Filmstudio Ústí nad Labem
(Aussig an der Elbe) in der Tschechischen Republik aufgebaut. Viele Jahre fuhren wir
in diese nordböhmische Industriestadt, um beim Festival "Střekovská kamera"
(Schreckensteiner Kamera) teilzunehmen. Gemeinsam wurden auch Filme gedreht,
wovon der Film "Der Schoss ist fruchtbar noch…"
beim Nationalen Wettbewerb der DDR mit einem Sonderpreis ausgezeichnet
wurde. Er gehörte auch zum DDR-Länderprogramm der UNICA in Argentinien. Auch
in der damaligen CSSR war der Film bei verschiedenen Wettbewerben sehr
erfolgreich.
Nach der Wende, die in der Tschechoslowakei die "Samtene Revolution" (sametová revoluce)
genannt wurde, haben wir weitere Filme gemeinsam produziert. Mit dem Streifen "Wir müssen laut
schreien...!" über das Massaker an den Deutsch-Böhmen (Sudetendeutschen) am 31. Juli 1945
konnten Haupt-, 1. und weitere Preise errungen werden.
1989/1990 gehörten wir zu den Mitbegründern des "Bundes der Film-und
Videoamateure der DDR (BdFV/DDR)".
Ende 1990 beschloss der Vorstand die Selbstauflösung dieses Verbandes und empfahl,
dem BDFA (jetzt Bundesverband Deutscher Filmautoren) beizutreten. Im
Rahmen dieser Neuorientierung gründeten wir mit Gleichgesinnten und der Hilfe des damaligen (west-)Berliner
Landesvorsitzenden, Werner Heidemann, auch die FiViA Berlin. 1992 konstituierte sich
unser Club als AFC ENERGIE neu und wir ließen uns in das Vereinsregister eintragen.
1995 erfolgte die Umbenennung in ars cinema berlin e.V.
Seit 2002 haben wir die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen und sind somit
im 38. Jahr unseres Bestehens einer der wenigen in den neuen Bundesländern
verbliebenen Filmclubs; in Berlin-Ost gibt es von vormals 15 nur noch zwei.
Seit 1995 veranstalten wir ein internationales Kurzfilmfestival für unabhängige
Autoren. Unsere erste Idee und unser Ziel, ein Festival mit stark östlicher
Ausrichtung zu organisieren und somit Arbeiten aus den mittel- und osteuropäischen
Ländern mit denen aus dem deutschen Sprachkreis zu vergleichen, ihnen ein Forum
und eine Lobby zu schaffen, ist Jahr für Jahr weitergedacht und umgesetzt worden.
Mit diesem Kurzfilmfestival - 1995 beginnend - ist bis
heute ein international beachtetes Film- und Medienfestival organisiert
worden.
Videofilmer sind Chronisten ihrer Zeit. Chronisten ihrer Zeit zu sein nehmen ja
viele für sich in Anspruch. Chronisten, die einen Sendeplatz erstreben, müssen
sich vielen Zwängen unterwerfen, sei es die Länge der Beiträge, seien es die
Forderungen der Sendeanstalten, seien es die Forderungen der Geldgeber.
Der Videofilmer als Chronist seiner Zeit hat diese Zwänge nicht. Ungeschönt kann
er das zeigen, was er für zeigenswert hält. Nur die Begrenztheit seiner finanziellen
Mittel, seiner filmischen Qualifikation steht ihm konträr gegenüber.
Die einzigen
filmischen Zeugnisse von der Deportation von Juden während der NS-Zeit stammen von
Filmamateuren. Die beeindruckendsten Bilder von den Montag-Demonstrationen in Leipzig
haben Videofilmer gemacht.
Wer selbst die Kamera zur Hand nimmt, beginnt zu verstehen, wie viel Fantasie,
technisches Geschick, Ideenreichtum, Ausdauer und Teamgeist nötig sind, um ein
Filmprojekt von der ersten Idee bis zur Projektion zu realisieren. Wer selbst filmt,
hat etwas mitzuteilen über seine Vorstellungen vom Leben, von der Gesellschaft,
von seinen Ängsten und Nöten, von seiner Freude. Die große Zahl der eingereichten
Beiträge beweist: Man konsumiert nicht nur die Angebote der Medien, sondern man
lässt sich von der Faszination Film zum kreativen Gestalten anregen. Und wer filmt
lässt sich nicht so leicht beeinflussen, denn er kennt die Illusionen bei der
Medienarbeit, er kann dann auch kritisch hinterfragen.
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ist umso wichtiger geworden, da durch den
grenzüberschreitenden Informationsaustausch auch ohne viel Worte sehr anschaulich
auf die Probleme des „Anderen“ eingegangen, gezeigt und auch verstanden werden kann.
Diesen Austausch von kreativen Filmemachern generationen- und länderübergreifend
möchten wir weiter organisieren.
2012 wollen wir unser 40-jähriges Bestehen feiern und es
soll richtig krachen
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| Geschäftsstelle: |
| c/o Frau Beate Müller |
| Pistoriusstr. 31, 13086 Berlin |
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